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Verantwortungsvolles Spielen

Verantwortung zwischen Anbieter und Spieler

Solange Sie Glücksspiel als Freizeitbeschäftigung nutzen, liegt die Verantwortung für ein maßvolles Verhalten bei Ihnen selbst, während der Anbieter die Rahmenbedingungen für ein sicheres Spiel schafft. Glücksspiel darf niemals als Einkommensquelle oder als Lösung für finanzielle Engpässe betrachtet werden, denn Gewinne sind nie garantiert. Bereits kurze Unterbrechungen während einer Spielsitzung können verhindern, dass Sie impulsive Entscheidungen treffen, und erlauben es Ihnen, Ihr Verhalten aus einer nüchternen Distanz zu bewerten.

Warnsignale erkennen

Problematisches Spielverhalten kündigt sich selten mit einem einzelnen Ereignis an, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Die folgenden Anzeichen gelten als Hinweise darauf, dass Glücksspiel nicht mehr reine Unterhaltung ist:

  • Das Spielen beschäftigt Sie gedanklich über Stunden oder Tage hinweg, auch wenn Sie nicht spielen.
  • Sie verschieben berufliche oder private Verpflichtungen, um spielen zu können.
  • Sie werden unruhig oder gereizt, sobald Sie eine Spielpause einlegen müssen.
  • Sie leihen sich Geld oder greifen auf Rücklagen zurück, um Einsätze zu finanzieren.
  • Sie spielen weiter, obwohl das Verhalten bereits Probleme in Ihrem Umfeld verursacht.

Wer mehrere dieser Punkte bei sich erkennt, sollte das eigene Spielverhalten ehrlich überprüfen und frühzeitig Unterstützung suchen. Je früher eine Reflexion erfolgt, desto einfacher lässt sich eine unerwünschte Entwicklung umkehren.

Zeit und Geld im Griff behalten

Eine wirksame Kontrolle über das eigene Spielverhalten erreichen Sie, wenn Sie Zeit und Einsatz vor dem Spiel festlegen und diese Grenzen konsequent einhalten. Pausen, feste Einsatzlimits und geplante Unterbrechungen sind bewährte Mittel, um das Verhalten zu steuern. Sobald Sie feststellen, dass Spielzeiten oder Ausgaben steigen, sollten Sie eine Auszeit einplanen und Ihre Gewohnheiten grundlegend überdenken. Führen Sie über einen längeren Zeitraum Buch über Ihre Einsätze und Verluste: Nur wer die tatsächlichen Zahlen kennt, kann beurteilen, ob das Spielen im Rahmen bleibt. Überprüfen Sie diese Aufzeichnungen regelmäßig und ehrlich, anstatt Verluste zu verdrängen oder als vorübergehend abzutun.

Regeln für einen kontrollierten Umgang

  • Setzen Sie ausschließlich Geld ein, das Sie frei verfügbar haben und dessen Verlust Ihr Leben nicht beeinträchtigt.
  • Behalten Sie Ihre Ausgaben kontinuierlich im Blick und dokumentieren Sie jeden Einsatz.
  • Planen Sie spiel­freie Tage ein, um Abstand zum Glücksspiel zu gewinnen.
  • Vermeiden Sie spontane Nachzahlungen, wenn Sie Verluste ausgleichen möchten.
  • Brechen Sie das Spiel ab, sobald es nicht mehr entspannt bleibt oder Sie sich unter Druck fühlen.

Diese Regeln wirken nur, wenn Sie sie vor Beginn einer Sitzung festlegen und nicht während des Spiels anpassen. Eine einmal getroffene Grenze sollte auch dann gelten, wenn eine Verlustserie den Wunsch nach einer Ausnahme weckt.

Warum Kontrolle entscheidend ist

Glücksspiele beruhen auf Zufall, und kein Einsatz erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns. Wer versucht, verlorenes Geld durch weitere Einsätze zurückzuholen, vergrößert in der Regel nur den Verlust, statt ihn zu verringern. Deshalb ist es entscheidend, Entscheidungen nicht impulsiv zu treffen, sondern vorab verbindliche Regeln für Einsatzhöhe, Spieldauer und Häufigkeit festzulegen. Eine solche Vorabentscheidung schützt Sie vor Situationen, in denen Emotionen die Vernunft überstimmen. Auch der Wechsel zwischen verschiedenen Spielen oder das Erhöhen der Einsätze nach einem Verlust sind typische Muster, die eine Kontrolle erschweren und deshalb vermieden werden sollten.

Hilfsangebote in Österreich

In Österreich stehen mehrere seriöse Stellen zur Verfügung, die Information, Beratung oder weiterführende Hilfe anbieten. Diese Angebote sind vertraulich und richten sich an Betroffene sowie an deren Angehörige. BMF – Spielerschutz und Hilfsangebote bietet offizielle Informationen zu Risiken, Selbsttests und Unterstützungsangeboten. Schuldenberatung – Beratungsstellen verzeichnet die Standorte der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich, die auch bei spielbedingten finanziellen Problemen helfen. Sozialministerium – Informationen zu Spielsucht stellt öffentliche Gesundheitsinformationen zum Thema pathologisches Glücksspiel bereit. Zögern Sie nicht, diese Stellen zu kontaktieren, sobald Sie das Gefühl haben, dass das Spielen außer Kontrolle gerät.

Minderjährige fernhalten

Minderjährige dürfen keinen Zugang zu Glücksspielen haben, und es liegt in der Verantwortung der Erwachsenen, dies sicherzustellen. Bewahren Sie Spielerkonten, Zahlungsdaten und Zugangsgeräte so auf, dass Kinder und Jugendliche sie nicht nutzen können. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre Geräte nicht unbeaufsichtigt lassen, wenn ein Spielkonto angemeldet ist, und dass Sie Passwörter nicht für andere zugänglich speichern. Besprechen Sie mit Jugendlichen offen, warum Glücksspiel erst ab dem gesetzlichen Alter erlaubt ist und welche Risiken damit verbunden sind. Eine klare Haltung der Erwachsenen schützt Minderjährige wirksamer als technische Sperren allein.

Selbsthilfe und Auszeiten

Viele Anbieter stellen Funktionen zur Selbstbeschränkung bereit, etwa Einzahlungslimits, Zeitlimits oder die Möglichkeit, eine Spielpause für einen selbst gewählten Zeitraum zu setzen. Nutzen Sie diese Werkzeuge, bevor ein Problem entsteht, nicht erst dann, wenn Sie bereits die Kontrolle verloren haben. Eine Auszeit kann auch dann sinnvoll sein, wenn Sie lediglich das Gefühl haben, dass das Spielen zu viel Raum in Ihrem Alltag einnimmt. Wer eine solche Pause einlegt, sollte die Zeit nutzen, um das eigene Verhalten zu reflektieren und zu entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen ein Wiedereinstieg vertretbar ist.

Spielverhalten ehrlich bewerten

Ein gesunder Umgang mit Glücksspiel setzt voraus, dass Sie sich regelmäßig selbst beobachten und Ihre Motive hinterfragen. Spielen Sie zum Spaß, zur Entspannung oder aus Langeweile, ist das unbedenklich. Sobald Sie spielen, um schlechte Gefühle zu betäuben, um Stress abzubauen oder um Verluste auszugleichen, hat das Spiel seine Funktion als Unterhaltung verloren. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist die Grundlage jeder Kontrolle: Nur wer zugibt, dass sich das Verhalten verändert hat, kann gegensteuern. Verluste gehören zum Glücksspiel dazu, und ein verantwortungsvoller Spieler kalkuliert sie von vornherein als Kosten der Unterhaltung ein, statt sie als vorübergehenden Zustand zu betrachten, den es aufzuholen gilt.

Ein sicherer Umgang mit Glücksspiel setzt Information, Selbstbeobachtung und klare Regeln voraus. Hilfe sollte frühzeitig in Anspruch genommen werden, wenn Belastungen entstehen, denn je länger Sie warten, desto schwerer fällt die Umkehr.